Großbritannien will nicht mehr christlich sein – Die Briten spielen den Vorreiter bei der Auflösung des „christlichen Abendlandes“

 

 

von Ingo Hagel

 

 

Großbritannien will nicht mehr christlich sein

Großbritannien war schon immer Washingtons treuester Vasall: Egal, wo die US Army bombte oder einmarschierte – die Briten kämpften mit. Jetzt spielen sie erneut den Vorreiter: bei der Auflösung des christlichen Abendlandes. »Großbritannien ist nicht länger ein christliches Land, und es sollte aufhören, so zu tun, als sei es das noch.« Zu diesem Ergebnis kommt die Kommission »Religion und Glaube im öffentlichen Leben«, die zwei Jahre lang über die aktuelle Situation in Großbritannien beraten hat.

Und nicht nur Großbritannien will nicht mehr christlich sein – der obige Artikel sieht auch Deutschland auf demselben unchristlichen Gleise:

In Deutschland demontiert sich die Kirche (noch) nicht selbst. Da tun es die Politiker, wie einige Zitate der letzten Jahre belegen:….

 

 

Als ob dieses Abendland jemals wirklich christlich gewesen sei. Es muss es erst noch werden.

Bekanntlich wurde die anglikanische Kirche Großbritanniens begründet von Heinrich VIII von England, der sich zu diesem Schritt nicht aus irgendeiner religiösen Inbrunst und daraus folgender neuer religiöser Offenbarung genötigt sah, sondern einzig und allein aus dem Grunde, weil er von der katholischen Kirche Roms – der er und die Untertanen seines Reiches damals noch angehörten – nicht die Erlaubnis erhielt, sich von seiner damaligen Ehefrau scheiden zu lassen, um sich einem neuen Objekt seiner Begierde zuwenden zu können.

Und bei dem „christlichen Abendland“ des restlichen europäischen Kontinentes kann man sich ja auch fragen, was denn daran christlich gewesen sein soll. War es die Auslöschung „ketzerischer“ Glaubensgemeinschaften durch die „christliche“ Kirche, war es die Abschlachtung der Araber durch „christliche“ Kreuzritter, waren es die Folterungen und die Vernichtung der Templer durch die „christliche“ Inquisition, waren es die „allerchristlichsten“ Hexenverbrennungen, oder waren es etwa die diversen menschenmordenden „christlichen“ Religionskriege, die während der letzten 2000 Jahre „segnend“ diesen Kontinent durchlebten – inklusive des 30-jährigen Religions-Krieges, der uns ja auch nun wieder ins Haus stehen soll? Alles völkerrechtswidrig unterstützt von „dämlichen“ deutschen Politikern und vermutlich genauso dämlichen Delegierten (hier und hier) von Parteien, die das christliche „C“ im Namen tragen, zusammen mit ihren „sozialen“ und „demokratischen“ Koalitionspartnern.

 

 

Rudolf Steiner hat an vielen Stellen darauf hingewiesen, dass das, was sich hier in Europa in den letzten 2000 Jahren entwickelt hat, kein wirkliches Christentum ist.

Dieses wird sich in der Zukunft erst noch entwickeln – oder es wird schlichtweg untergehen. Es ist doch ein trauriger Witz zu behaupten, dieses Abendland sei christlich. Nicht nur der Blick auf die Geschichte sondern jeder Blick auf das tägliche Zeitgeschehen bezeugt das. Das alles hat doch mit einem Christentum überhaupt nichts zu tun. Es gehört zu den großen Illusionen der Zeit zu glauben, dieses Abendland sei christlich. Es muss erst noch christlich werden.

Die Staaten, die auf diesem Entwicklungsweg entstanden, gehen heute ihrem Niedergang entgegen, eben weil es nicht christlich sind. Sie können, so wie sie als alte Einheitsstaaten konzipiert sind, nicht christlich sein. Darauf haben klar sehende Menschen schon vor langer Zeit hingewiesen.

 

 

Gerade unter denen, die heute am lautesten die Auflösung des sogenannten „christlichen Abendlandes“ beklagen, wird man am wenigsten Verständnis dafür finden, dass die heutige Christus-Botschaft zum Beispiel auf sozialem Gebiet eben die Soziale Dreigliederung ist. 

Rudolf Steiner dazu:

Diese Dinge, die heute auch in einer anderen Form durch das Programm der «Dreigliederung des sozialen Organismus» verkündet werden, die sind heute das Christentum, die sind heute in äußerliche Formen gekleidete geistige Offenbarungen. 

Im einem der letzten Artikel schrieb ich zu dieser Sozialen Dreigliederung:

Ein Aufwachen wird letztlich nur darin bestehen können, dass dieser korrupte und bankrotte Parlamentarismus reformiert wird in ein eigenständiges, souveränes, das heißt vom Wirtschaftsleben und seinen Lobbyisten unabhängiges Rechtsleben (Politik), das sich sowohl aus den Angelegenheiten des zweiten sozialen Gliedes der Gesellschaft, nämlich der Wirtschaft, als auch aus den kulturell-geistigen Angelegenheiten des dritten Gliedes einer Gesellschaft (Kultur, Ausbildung, Schule, Universitäten und so weiter) vollständig heraushält.

Dem Wirtschaftsleben als eigenständigem und souveränen Glied eines sozialen Lebens wird man die Politik nicht mehr vorschreiben können, mit wem es Handel treiben darf und mit wem nicht. Wirtschaftssanktionen gegen zum Beispiel Russland wird die Politik nicht mehr anordnen können. Auch Rettungen von Banken und Unternehmen, die ruinös gewirtschaftet haben, wird es nicht mehr geben (mehr zur Sozialen Dreigliederung zum Beispiel hier und hier und hier auf Umkreis-Online).

Die Leute glauben heute, dass „christlich“ das ist, wenn man ganz ganz viel davon redet und alles mögliche so nennt. Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, dass Ideen diesem Anspruch gerecht werden können. Denn Ideen, das ist doch so etwas, womit man nichts anstellen kann. Aber „wir“ sind doch wirkliche Praktiker.

Nun ja, was diese „Praktiker“ bis heute „geleistet haben“, dazu genügt ein Blick ins Zeitgeschehen, um das jeden Tag aufs Neue „bewundern“ zu können.

Vor allen Dingen können die Menschen sich nicht vorstellen, dass Ideen, wie sie in der Sozialen Dreigliederung Rudolf Steiners gegeben sind, einer Neuordnung des sozialen Lebens zu Grunde liegen können.

 

 

Der alte alles unter sich begrabende Einheitsstaat muss in einen dreigegliederten sozialen Organismus umgewandelt werden, wenn der Staat und das heutige soziale Leben wirklich christlich werden sollen. 

Was ist denn christlich an einem Staat, der zu immer größeren Zwangsmaßnahmen greift, um sich selber und seine dekadenten Ideen und Verhältnisse durchzusetzen? Was ist christlich an einem Staat – und seinen Vertretern -, der sich mit der Wirtschaft verbündet, um ein rechtliches Gebilde zu formen und aufrechtzuerhalten, in dem alles hinorientiert ist einzig und allein auf ein Wirtschaftsleben, das immer weniger den Bedürfnissen der Menschen dient? Ist es christlich, dass in einem solchen Staat, der nichts anderes als nur Wirtschaft, Produktion denken kann, letztlich die kulturellen, künstlerischen und geistigen Begabungen der Menschen in den Dreck getreten werden, weil es in einem solchen Wirtschafts-Staat keine Verwendung für sie gibt, weil diese Menschen nicht gebraucht werden? Was ist christlich an einem Staat, der heute immer noch Rohstoffkriege führt beziehungsweise sich daran beteiligt? Was ist christlich an einem Land und von einem Westen, von dem ein ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung sagen muss: „Der Westen steht für Mord und Totschlag und Chaos!“ Was ist christlich an einem Staat, der nicht in der Lage und willens ist, seine eigene Bevölkerung vor der millionenfachen ungesetzlichen Einwanderung von Wirtschaftasylanten zu schützen? Ja, der diese Einwanderung zulässt und betreibt, vermutlich um durch das entstehende Chaos vor seinem eigenen Versagen abzulenken! Und letztlich: Was ist christlich an einer Bevölkerung, die in ihrer geistigen Schwäche nicht in der Lage ist, diesen völlig verrückten Regierungsapparat in die Schranken zu weisen, weil sie nicht selber denken kann noch will und trotz eines großen und verdienstvollen Informationsangebotes der unabhängigen Medien des Internets immer noch in überwältigender Mehrheit auf die Propaganda der öffentlich-rechtlichen Sender und der Mainstream-Medien und -Zeitungen hereinfällt? Was ist christlich an den Teilnehmern des Wirtschaftslebens, seien es nun Unternehmer – große oder kleine -, Händler oder Konsumenten, die es bis heute nicht geschafft haben, die desaströsen Sanktionen gegen Russland ihrer Regierung zu beenden? Und zwar würde dieses am allerbesten dadurch sich vollziehen, dass das Wirtschaftsleben sich von der Politik trennt und völlig eigene Wege geht, selbstständig und souverän – wie es eben in der Sozialen Dreigliederung vorgesehen ist.

Genau das schlug Willy Wimmer gerade eben vor. Man muss seine verschwommenen Worte diesbezüglich – Wimmer versteht sie ja selber nicht bewusst – nur richtig verstehen. Denn Willy Wimmer forderte die deutschen Unternehmen auf, Konsequenzen zu ziehen. Denkt man das zu Ende, können diese Konsequenzen ja nur darin bestehen, dass sich das Wirtschaftsleben, eben diese Unternehmer, von dieser völlig blödsinnigen Politik losmachen und selbstständige Wege gehen. Das ist dann aber ein Schritt in die Soziale Dreigliederung:

Willi Wimmer: Und es ist ja nicht nur so, dass die Amerikaner Raketentriebwerke oder – wie wir heute lesen konnten – Titan aus der Russischen Föderation beziehen, über ominöse ukrainische Zwischenhändler: Die Vereinigten Staaten haben ihren Export im Zusammenhang mit der Russischen Föderation um ein Vielfaches gesteigert zu derselben Zeit, wo wir eine Einbuße nach der anderen haben. Da kann ich eigentlich nur hoffen, dass die deutschen Unternehmen, die in Russland tätig sind, den Weg mitgegangen sind aus den Sanktionen, innerrussische Konsequenzen zu ziehen. Wenn ich richtig informiert bin, ich habe es jedenfalls bei Gesprächen gehört, ist inzwischen der Bereich der landwirtschaftlichen Produktion in Russland an die zweite Stelle gerückt. Und das ist ja auch ein Betätigungsfeld für kluge deutsche Bauern oder Unternehmen, die sich auf diesen Gebieten tummeln. Und da kann ich nur hoffen: hoffentlich sind die Deutschen dabei gewesen, aus dieser blödsinnigen Einrichtung von Sanktionen, die innerstaatlichen Konsequenzen auf der russischen Seite so zu ziehen, dass Russland was davon hat, und wir was davon haben.

 

 

Deutschland und Europa werden nur mit der Sozialen Dreigliederung überleben – Und zu dieser wird es auch gehören, dass alle Angelegenheiten, die mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion beziehungsweise deren Ausübung zu tun haben, absolute Privatsache sein werden. 

Sie werden nicht mehr in die Zuständigkeit des Staates fallen, sondern in den Bereich des freien Geisteslebens. Aufgabe des Staates (Rechtsleben, Politik) als einem anderen Glied dieses sozialen Organismus wird es allerdings sein müssen, die Rechtsverhältnisse zwischen den Menschen innerhalb der Gesellschaft gemäß deren Konsens (und nicht gemäß irgendeiner vom realen Geschehen in der Gesellschaft abgehobenen, korruptendummen und dekadenten Politikerkaste (siehe dazu auch hier und hier auf Umkreis-Online)) zu gestalten und zu schützen, und die Sicherheit dieser sozialen Gemeinschaft nach innen und nach außen zu gewährleisten. Dazu wird natürlich auch gehören, alle handgreiflichen Bestrebungen von fanatischen Angehörigen irgendeiner politischen, weltanschaulichen oder religiösen Gruppierung zu unterbinden und zu verhindern.

 

 

Das Interessante an dem eingangs zitierten Artikel ist, dass wir die Auflösung einer einem bestimmten Staat angehörenden dominierenden Religion (in diesem Falle der anglikanischen Kirche Großbritanniens) nun miterleben. 

Diese Dinge werden auch in Deutschland angestrebt, auch das belegen die Zitate dieses Artikels. Ich sehe darin im Prinzip jedoch nichts Negatives, sondern eine überfällige Entwicklung, die sich allerdings verzerrt und karikiert vollzieht – das heißt gar nicht zum Guten.

Christoph Hörstel: Seit Jahr und Tag schwurbeln die Kirchenoberen irgendwie nach, was die Politik vorgibt. Das fällt ihnen leicht, denn sie hängen am Finanztropf der Ämter wie ein Krankenhauspatient an seiner Medizin. Trennung von Staat und Kirche? Nicht in Deutschland! Wo kämen wir da auch hin?

Nun vollzieht sich das Ganze so, dass der allerchristlichsten Kirche Großbritanniens – und dann Deutschlands? – die Daumenschrauben angelegt werden, das heißt das Alleinstellungsmerkmal genommen wird.

Und so ist das Katastrophale an den in obigem Artikel geschilderten Ereignissen nicht diese Auflösung des bisher dominierenden Religionstreibens in einem Staat beziehungsweise die Herauslösung der Religionen und ihrer diversen Ausübungen aus einer (bis jetzt dominierenden) staatlichen Obhut. Sondern das Katastrophale besteht darin, dass sich diese Entwicklung nicht aus einer freien Geistigkeit heraus vollzieht, nicht aus einem freien Geistesleben als einer der drei Organisationen eines dreigegliederten sozialen Organismus, sondern wiederum aus dem Staate heraus – das heißt aus dem alten Einheitsstaat heraus, der zu überwinden ist, wenn es irgendeine fruchtbare Zukunftsentwicklung für die Menschheit geben soll, der aber im alten Sinne bestehen bleibt. Statt des alten Einheitsstaates darf es in Zukunft nur noch einen solchen Staat geben beziehungsweise eine solche Politik, die sich ganz alleine um die Rechtsverhältnisse der Menschen kümmert. Dieser Staat darf nicht das Wirtschaftsleben bestimmen, und er wird sich auch nicht vom Wirtschaftsleben bestimmen lassen, genauso wenig, wie er in die Bereiche des freien Geisteslebens eingreifen wird, wozu eben auch das religiöse oder auch nichtreligiöse Treiben der Menschen – das ist ja jedem freigestellt – gehört.

 

 

 

 

 

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Großbritannien will nicht mehr christlich sein – Die Briten spielen den Vorreiter bei der Auflösung des „christlichen Abendlandes“ wurde am 20.12.2015 unter Politik, Soziale Frage, Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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