Nobelpreis für Medizin 2014 – Statt des beseelten Wesens des Tieres orientieren sich Gehirnzellen – Statt des Ichs des Menschen denkt mal wieder nur sein Leib


 

von Ingo Hagel

 

 

Für den heutigen Menschen ist es klar: das Gehirn denkt. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, wenn es auch in diesem Fall nicht ein beseeltes Wesen, sondern mal wieder die Materie ist – in diesem Fall bestimmte Zellen – die die intelligente Leistung der Orientierung im Raum ermöglichen sollen. Der Spiegel schrieb zum Nobelpreis für Medizin 2014:

Was das Navi im Auto kann, können nicht nur Menschen, sondern auch Tiere schon lange: die eigene Position bestimmten und eine Strecke von dort zum gewünschten Ziel finden. Spezialisierte Zellen im Gehirn ermöglichen die Orientierung. 

Bestimmte Zellen im Gehirn der Ratte reagieren in bestimmter Weise, wenn diese sich im Gelände bewegt. Jedoch nimmt man diese physiologischen Reaktionen des Gehirn  für die differenzierende, synthetisierende,  überschauende Orientierungsleistung eines intelligenten Bewusstseins, sei es von der Versuchsratte oder vom Menschen, die sich letztlich – nachweisbar jedenfalls beim Menschen – in innerlich vorgestellten Bildern der Seele (zum Beispiel der Umgebung) niederschlägt. Aber neben der Nobel Foundation urteilen und schreiben so viele Andere in Tagesspiegel, stern, focus, Süddeutsche usw. genauso gedankenlos, ohne dass irgendetwas in ihnen zuckt.

Es mag ja sein, dass „spezialisierte Zellen im Gehirn“ für die Orientierung nötig sind – aber wer orientiert sich? Sagen wir es so: Es spielt sich in den Zellen des Ratten-Gehirns etwas ab, wenn die Ratte oder der Mensch sich orientieren. Man sollte jetzt aber nicht voreilig den Schluss ziehen: Es seien die Zelle oder das Gehirn, die sich orientieren – oder gar eine „innere Karte der Umgebung“ bilden. Der Spiegel schrieb, den Sachverhalt nur ungenau und daher unzutreffend darstellend:

O’Keefe experimentierte in den Sechzigern mit Ratten, um herauszufinden, wie diese sich orientieren. Er entdeckte, dass einzelne Zellen in Hippocampus immer dann aktiv waren, wenn sich ein Tier an einem bestimmten Ort im Versuchsbereich aufhielt. Das Gehirn bildet mithilfe des Aktivitätsmusters dieser Ortszellen („Place Cells“) eine innere Karte der Umgebung. Oder genauer gesagt: viele innere Karten von vielen Umgebungen. Jedes bekannte Gebiet ist in Form einer einzigartigen Kombination der Ortszellen-Aktivität im Hippocampus gespeichert.

Aber die Nobel Foundation gibt ja die Denklinie vor:

This year´s Nobel Laureates have discovered a positioning system, an “inner GPS” in the brain that makes it possible to orient ourselves in space, demonstrating a cellular basis for higher cognitive function.

Und:

John O´Keefe was fascinated by the problem of how the brain controls behaviour and decided, in the late 1960s, to attack this question with neurophysiological methods.

Aber ist es denn wirklich das Gehirn, das eine innere Karte der Umgebung oder sogar viele innere Karten von vielen Umgebungen bildet,

„eine zelluläre Grundlage für höhere Denkleistungen demonstriert“?

und

„das Verhalten kontrolliert“?

Müsste man nicht bescheidener, aber näher an den Phänomenen dran und daher sehr viel präziser und richtiger sagen: Im Gehirn bilden sich Reaktionen des Lebewesens auf die Wahrnehmung der Umgebung? Denn wer ist es, der diese

„vielen inneren Karten von vielen Umgebungen“

aus vielen Zellen auseinander hält? Kann man denn im Ernst davon ausgehen, dass eine Zelle, oder mehrere dieser Ortszellen, die sich in dem Vorgang der Orientierung der Ratte bilden, diese Differenzierungstätigkeit übernehmen? Orientieren sich die Zellen? Wohl kaum, denn diese werden ja erst unter dem Einfluss dieser Orientierungstätigkeit geprägt oder angeregt. Letzteres ist Resultat und Ergebnis einer orientierenden Tätigkeit des Wesens der Ratte. Man kann es sich doch wirklichkeitsgemäß nur so vorstellen, dass von einem übergeordneten organisierenden Zentrum aus diese unendlich vielen Zellen in strukturierter Weise gebildet – und auch wieder gelesen und ausgewertet werden müssen.

Dass ein bestimmtes Wesen, das diese vielen Prägungen der Orientierung verarbeitet und zusammenfasst, vorhanden sein muss, nennen wir es also dieses Rattenwesen – oder Menschenwesen, denn in dem grafischen Material, das von der Nobelpreis-Stiftung für die Presse herausgegeben wurde und von den Medien großzügig weiterverteilt wurde, werden die an Ratten gefundenen Ergebnisse auf den Menschen übertragen -, das zeigt auch dieser Satz im oben zitierten Absatz des Spiegel-Artikels:

Er entdeckte, dass einzelne Zellen in Hippocampus immer dann aktiv waren, wenn sich ein Tier an einem bestimmten Ort im Versuchsbereich aufhielt.

Eigentlich müsste es doch schwerfallen, sich vorzustellen, dass es die einzelne Zelle im Hippocampus sein soll, die sich orientiert, denn diese befindet sich ja im Inneren des Gehirns und hat keinerlei Wahrnehmungsfähigkeit nach außen, das heißt keinen Orientierungssinn von der Umgebung, in der die Ratte sich befindet. Die einzelne Zelle kann auch nicht erkennen, dass die Ratte sich in einem bereits bekannten Gebiet befindet. Die Zelle regiert zwar physiologisch, aber von wem wird sie gesteuert? Diese Reaktionen der Zelle können ja nur Ergebnis sein einer übergeordneten Tätigkeit der Ratte. Niemals aber kann diese Tätigkeit aufgefasst werden als die eigentliche originäre orientierende Intelligenzleistung des Tieres. Die Versuchsergebnisse, die hier in diesem Artikel referiert werden, müssen doch demjenigen, der wirklich ein wenig lebendiger mitdenkt, sich ein übergeordnetes Wesen vorstellen lassen, das diese zusammenfassende Orientierungsleistung vollbringt. Im Zusammenhang mit dieser intelligenten und daher seelischen Tätigkeit ergeben sich Abdrücke im Leib, zum Beispiel in diesen Orts- und Gitterzellen des Gehirns, aber diese Zellen sind es nicht, die sich orientieren, sondern sie sind nur das Ergebnis und der Niederschlag höherer, übergeordneter intelligenter Leistungen im Leib des Tieres. Man muss sie erst einmal aus diesen naturwissenschaftlichen Beobachtungen annehmen, auch wenn sie selber nicht mit den Methoden der Naturwissenschaft beobachtbar sind.

Anmerkung: Das Rattenwesen ist eben sehr viel weiser als die Ratte, und der Mensch, der ja auch in den Abbildungen dieses Spiegel-Artikels vorrangig als Gehirn grafisch repräsentiert wurde, und auf den diese Versuchsergebnisse übertragen werden, ist ebenfalls als Wesen sehr viel weiser und fähiger als das, was wir in unserem Oberstübchen mit uns herumtragen und von dem wir bewusst Rechenschaft abgeben können.

Auch der nächste Absatz dieses Spiegel-Artikels zeigt die unzureichende Beurteilung der Versuchsergebnisse:

Mehr als drei Jahrzehnte später entdeckten May-Britt und Edvard Moser, ebenfalls bei Ratten, die sogenannten Gitterzellen („Grid Cells“). Diese repräsentieren ein Raster, welches das Gehirn über eine Umgebung legt, in der sich ein Tier oder ein Mensch bewegt. Die Nobelpreis-Stiftung spricht von einem inneren GPS.

Denn auch hier ist es nicht so, dass das Gehirn ein Raster über eine Umgebung legt, in der sich ein Tier oder Mensch bewegt, da das Gehirn keinen Überblick über die räumlichen Gegebenheiten hat. Nur das übergeordnete und alles überschauende und zusammenfassende Wesen des Tieres – oder des Menschen – kann durch seine intelligente und orientierende Fähigkeit – die eine geistige und keine physiologische Leistung darstellt, sich aber in der Physiologie abdrückt – ein Raster über die wahrgenommenen Orte der Umgebung legen, und dieses Raster dann in die Struktur des Gehirnes einprägen.

 

Das ungenaue Denken der Wissenschaft hat Konsequenzen für die Menschen 

Natürlich halten die Menschen heute diese Bemerkungen und Ausführungen für spitzfindig und überflüssig, denn das Denken der Menschen wird immer diffuser und verschwommener in diesen Angelegenheiten. Die einzelnen Ergebnisse dieser Untersuchungen sind als Beobachtungen sehr interessant. Nur leider werden aus diesen Ergebnissen der Wissenschaft die falschen Schlüsse gezogen. Aber das hat Konsequenzen für die Menschen: Man will die lebendigen und beseelten Organismen der Natur nur mechanistisch auffassen. Heraus kommt dabei zum Beispiel das molekulargenetische Weltbild, das Pflanzen, Tiere und den Menschen nur aus der sich zusammenballenden Materie und deren Kräften gebildet denken will. Man spricht von dem genetischen Code und den Genen als Erklärung der Entstehung der Organismen, und übersieht, dass in diesen Genen die Form der Lebewesen nicht enthalten ist. Wo ist sie, wenn sie nicht in der Materie der Gene begründet ist? Man denkt sich nichts dabei, wurschtelt munter und gedankenlos genetisch weiter. Aber am Ende dieser Art der Forschung kommt dann in der technischen und wirtschaftlichen Umsetzung das heraus, was der Mensch im Grunde genommen nicht haben will: Viele Menschen protestieren gegen die genetisch manipulierten Nahrungsmittel. Aber sie realisieren nicht, dass sie im Grunde gegen dieses rein materialistische genetische Weltbild protestieren müssten, das den Menschen bereits auf der Schule, dann in der höheren Ausbildung eingetrichtert wird. Schließlich wird es dann von den wissenschaftlich „gebildeten“ Züchtern, die nichts anderes lernen durften, umgesetzt, indem diese neue genetisch manipulierte Nahrungspflanzen züchten.

Es ist eben so: Der Mensch muss sich bis ins Innerste seiner Verdauung mit diesen Produkten auseinandersetzen, weil er sich nicht mit Ihnen gedanklich in adäquater Weise vorher auseinandersetzen will, solange diese Produkte sich noch als Hypothesen außerhalb seines Verdauungstraktes in seinem wissenschaftlichen Labor abspielen – und noch nicht aus dieser Art von Forschung Realität dort draußen auf dem Acker und im Supermarkt geworden ist.

Und genau so ist es hier bei dieser Gehirnforschung, in der zwar interessante und wohl zu würdigende Beobachtungsergebnisse geliefert werden, bei denen man aber versäumt, gedanklich weiter in die Tiefe zu gehen. Die Artikel in den Medien und auch die Nobel Foundation wiesen darauf hin, dass diese durch den Nobelpreis gewürdigten Arbeiten zwar noch Grundlagenforschung darstellen, dass man sich jedoch vorstellt, mit diesen Ergebnissen später etwas in Richtung der Behandlung der Alzheimer Krankheit tun zu können. Nun ja, man wird eben immer weiter materialistisch herumschrauben am physischen Gerüst des Menschen, ohne jemals erkannt zu haben, was der Mensch in Wirklichkeit ist: nämlich nicht sein Leib. Der Leib und dessen physiologische Erscheinungen sind Ergebnis und Resultat der Tätigkeit und des Wirkens des geistigen Wesens des Menschen. Und Orientierung im Raum, Steuerung des Verhaltens, und kognitive Prozesse sind – wenn sie nicht völlig unter der Herrschaft unbewusster Triebe stehen – Aktivitäten des Geistes und nicht des Leibes. Sie drücken sich aber im Leib aus und benötigen diesen als Grundlage für das menschliche Bewusstsein. Man lese nur einmal, was Rudolf Steiner, der Begründer einer wirklich orientierenden Anschauung der Welt, dazu gesagt hat.

Was soll man von dieser Art von Alzheimer-Forschung erwarten dürfen, die den wirklichen Menschen überhaupt nicht ins Auge fassen kann? Aber es ist eben so: die Menschen werden sich auf allen Gebieten des Lebens mit den Resultaten ihrer Gedankenlosigkeit auseinanderzusetzen haben, das heißt mit den handfesten und brutalen Ergebnissen einer Weltanschauung, die nur die Sinnesbeobachtung – einer sogenannten „modernen“ aber völlig einseitigen Naturwissenschaft -, nicht aber ein sich an diese anschließendes und in die Tiefe gehendes Ideenleben entwickeln will.

Daher ist es nur die Konsequenz dieser Wissenschaft – möge sie auch noch so viel Nobelpreise erhalten: Solange sie nicht ein zwar die Sinnesbeobachtung einschließendes aber frei über diese hinausgehendes selbstständiges Ideenleben entwickeln will, werden die Menschen die wissenschaftlichen Produkte dieser hartnäckigen Denkverweigerung zum Beispiel als genmanipulierte Lebensmittel sich durch den Verdauungstrakt jagen oder als (nicht den ganzen Menschen sondern nur seinen Leib berücksichtigende Alzheimer-Medikamente („Heilmittel“) durch den Körper zirkulieren lassen müssen.

 

 

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Nobelpreis für Medizin 2014 – Statt des beseelten Wesens des Tieres orientieren sich Gehirnzellen – Statt des Ichs des Menschen denkt mal wieder nur sein Leib wurde am 09.10.2014 unter Wissenschaft veröffentlicht.

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