Rätsel der Natur – Der Kopffüßler und der Oktopus
von Ingo Hagel
In diesem Clip zeigt David Gallo einige faszinierende Bewohner des Meeres und ihre erstaunlichen Fähigkeiten, sich in Form und Farbe an ihre Umgebung anzupassen.
Da ist zum Beispiel dieser Kopffüssler, der plötzlich mit seiner Umgebung verschmilzt
Zuerst weist er eine intensive blau-schwarze Farbe auf, die ihn deutlich von seiner Umgebung absetzt. Hat er einen Platz gefunden, an dem er etwas ausruhen und verweilen will, passt er sich innerhalb eines kurzen Augenblicks farblich an seine Umgebung an und ist kaum noch von dieser zu unterscheiden.
Oder diese Tintenfische, die die eine Hälfte ihres Körpers anders gestalten können als die andere Hälfte
Wenn diese Tintenfisch-Männchen miteinander kämpfen, ändern sie ihre Farbe vor Ärger und Aggressivität vom freundlichen Braun in ein alarmierendes Weiß. Ist aber ein Männchen mit einem Weibchen zusammen, teilt es seine Färbung entlang der Längsachse seines Körpers: die dem Weibchen zugewendete Seite bleibt weiterhin freundlich braun, während die andere Körperhälfte weiß wird, um andere Männchen abzuschrecken. Ändert das Männchen seinen Position zum Weibchen, werden diese Farben blitzschnell gewechselt. Seelisches Innenleben wird äußerlich sichtbar.
Dieser Tintenfisch passt Form und Farbe seiner Arme innerhalb eines Augenblickes an die gekräuselte Struktur und Farbe der Algen an, in denen er sich gerade verstecken will
Dieser Octopus imitiert einen Felsbrocken
Erstaunlich, wie er die vertikale Einordnung des Gesteins sowie dessen typische zerklüftete Struktur nachahmt. Dabei wandert er flink und geschmeidig auf dem Meeresgrund herum, ohne die sichtbare Form dieses „Felsbrockens“ zu verändern.
Was dieser Octopus hier leistet, ist noch viel grandioser
Die Kamera fährt auf den Algenbusch zu, und erst im letzten Moment löst sich ein Octopus aus diesem und flüchtet. Die rückwärtslaufende Zeitlupe demonstriert, wie perfekt der Krake die Farbe und Form seines Körpers an die Strukturen und Farben des Algenbusches angepasst hatte.
Auch die von Muskeln gesteuerten Chromatophoren in der Haut des giftigen blaugeringelten Oktopus stellen nur einen mechanistischen Aspekt, aber keine befriedigende Erklärung dar
Denn es ist ja die Frage, wie ein Seelisches des Oktopus, das die Umgebung erfasst, diesen Eindruck in die Muskelzellen überträgt, so dass sich dessen Farbe an die Umgebung anpasst.
Was nachdenklich machen kann
Der Kopffüßler mag ja gute Augen haben, wie David Gallo berichtet, aber das ist doch keine Erklärung für die Fähigkeit des Verschmelzens mit seiner Umgebung. Diese muss doch erfasst werden in all ihren Charakteristika (Struktur, Position, Form und Farbe).
Man stelle sich vor, was in einem Maler vorgeht, der eine Landschaft möglichst genau auf seinem Gemälde festhalten will. Auch in den gezeigten Tieren hat ein „Erkennen“ der Umgebung zu erfolgen sowie ein Abschätzen, wie weit dieser Vorgang der Anpassung der Form ihres Leibes an die Umgebung zu gehen hat oder bereits gegangen ist. Jede Umgebung ist anders, die Lichtverhältnisse ändern sich, Struktur, Form der Korallen, Felsen, Algen sind immer wieder anders. Da kann nichts körperlich Gespeichertes helfen (in Form von Genen etc.), sondern das muss in jedem Moment neu erfasst werden. Diese Leistungen sind also zuerst einmal als geistige aufzufassen – und nicht als körperliche -, auch wenn der Tintenfisch und der Krake darüber natürlich kein Buch schreiben können.
Zudem schauen sich der Oktopus und der Kopffüssler zum Erfassen der jeweiligen Umgebung überhaupt nicht um, sondern passen sich blitzschnell an diese an. Das wird in diesen wunderbaren Aufnahmen in frappantestem Maße bei dem Oktopus deutlich, der sich so vollständig und täuschend dem Algenbusch angepasst hat, bis der Taucher mit der Kamera direkt vor ihm ist und er flüchten muss. Man muss doch den Eindruck haben, als würden sich diese Tiere in ihrer Umgebung die ganze Zeit bereits in präzisester Weise von außen sehen – so wie der diese Szenen filmende Taucher. Ihr Wesen ist ganz offensichtlich viel größer zu denken als das, was wir von ihnen sinnlich wahrnehmen.
Von diesem „Erkennen“, „Erfassen“ der Umgebung muss dann in einem zweiten Schritt die Umsetzung in den lebendigen Organismus hinein erfolgen. Wie stellt man sich das denn vor?
Nun, die heute geltende Naturwissenschaft stellt sich vor, dass alle Dinge und alle Organismen aus dem toten Stoff, der Materie, entstanden sein sollen – daher spricht man auch von materialistischer Naturwissenschaft.
Aus dieser Materie entwickelten sich nach einigen Jahrmillionen stufenweise einfachere und immer kompliziertere Organismen heraus – sozusagen eine Laune der Selbstorganisation der Materie.
Aber spätestens bei dem Oktopus, dem Kopffüßler etc. kann einem auffallen: Dieser Materie ist Bewusstsein eigen, Wahrnehmung, ja sogar Selbst-Wahrnehmung in den verschiedenen Umgebungen.
Zudem erfolgt ein Hineinwirken der im Äußeren erkannten Formen und Farben in das lebendige Innere, in Form und Farbe der eigenen Körpersubstanz. Ein Seelisches beherrscht diesen Körper und passt ihn an äußere Begebenheiten an. Wie soll das denn funktionieren angesichts dieser toten und bewusstlosen Materie? Plötzlich greift diese tote und bewusstlose Substanz der Welt über sich hinaus und gebiert Bewusstsein, Wahrnehmung, sogar ein durchaus präzises künstlerisches Erfassen der Außenwelt. Das alles soll diese Materie machen, dieser kosmische Staub? Der soll plötzlich ein Bewusstsein entwickeln von der Umgebung, in der Oktopus, der Kopffüßler schwimmen? Obwohl weder das Leben noch das Bewusstsein als eine vorgegebene Eigenschaft in der toten Materie drinnen ist. Wie soll das gehen?
Die gezeigten Beispiele belegen die Begrenzungen der Naturwissenschaft. Diese beobachtet Phänomene, die sie mit ihren Voraussetzungen nicht erklären kann. Es kann einem klar werden, dass dafür andere Wege beschritten werden müssen.
Rätsel der Natur – Der Kopffüßler und der Oktopus wurde am
Schlagworte: Grenzen der Naturerkenntnis?






