Widerstand leisten! – Aber so?

 

 

von Ingo Hagel 

 

 

Da gab es diese Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton, der Saker berichtete darüber und war völlig entsetzt („Disgusting beyond words!“) über das, was dort geschehen ist: 

 

 

 

Die ehemalige Außenministerin und mögliche zukünftige amerikanische Präsidentin Hillary Clinton hält also eine Rede. Und man kann natürlich wissen, dass sie zum Beispiel hinsichtlich der „demokratischen Bemühungen“ der USA, Frieden und Freiheit zu den armen meinungsunterdrückten Länder dieser Welt zu bringen und sie mit den Segnungen der westlichen Welt zu beglücken, hauptsächlich Lügen und dummes Zeug erzählt. Ray McGovern, Analyst und über viele Jahrzehnte täglicher Berater von verschiedensten amerikanischen Präsidenten, war auch dabei. Ich habe über ihn immer wieder hier auf Umkreis-Online anerkennend berichtet (siehe dazu hier und hier und hier und hier).

 

 

Ray McGovern steht also während dieser Rede plötzlich von seinem Sitz auf, wohl so eine Art stummer Protest.

Die Security fackelt nicht lange, in Amerika ist man nicht zimperlich, gerade wenn es darum geht, verdiente ehemalige Außenministerinnen und mögliche zukünftige amerikanische Präsidentinnen zu schützen. Ray McGovern wird überwältigt, abgeführt, erleidet durch diese Rangelei blaue Flecken und Quetschungen, die er dann – teilweise – im Fernsehen in einer Sendung bei Amy Goodman präsentiert. Er wird dafür natürlich in bestimmten Kreisen als ein Held gefeiert.

Ja, selbstverständlich, ich bin auch der Meinung, dass gegen diese verlogenen Regierungen im In- und Ausland Widerstand geleistet werden muss. Aber so? Was soll denn die Security anderes machen? Da steht einer auf aus dem Publikum, während Hillary Clinton spricht. Soll sie den nun stehen lassen? Möglicherweise zündet er als nächstes das Kilo Plastiksprengstoff, das er in seinem Enddarm versteckt hatte. Was für eine Sauerei! Also die Security hat doch gar keine andere Wahl, als so einen Mann allerschnellsten aus dem Raum zu bringen. Und wenn er sich wehrt, dann eben mit Gewalt. Da gibt es doch gar nichts daran zu deuteln und entsetzt zu sein.

Und überhaupt, was ist das für eine dusselige Idee, während einer Rede, die ein anderer hält, und die einem nicht passt, einfach aufzustehen und Maulaffen feil zu halten. Das ist doch zumindest grob unhöflich und widerspricht sämtlichen Regeln des demokratischen und menschlichen Anstandes.

Wenn einem das, was ein anderer zu sagen hat während einer Veranstaltung, nicht passt, dann geht man eben einfach nicht da hin, und wenn doch – man muss ja informiert sein – dann hört man einfach aufmerksam zu und denkt sich seinen Teil. Jeder Mensch muss das Recht haben, seine Ansichten in freier Rede mitteilen zu dürfen, was er zu sagen hat, und selbst wenn es die schrille ehemalige amerikanische Außenministerin ist.

Siehe dazu zum Beispiel hier:

Bei der Beseitigung des libyschen Staatschefs Muammar Al-Ghaddafi und bei der Zerstörung des Landes tat sich die damalige US-Außenministerin Clinton besonders hervor.

Und hier:

Hillary lacht über den Mord an Gaddafi

 

 

Aber auch die anderen müssen das Recht haben, in Freiheit ihre Gegenansicht darstellen zu dürfen.

Selbstverständlich muss es in einer freien Gesellschaft die Möglichkeit geben, irgendwo, sei es in einer Zeitung oder auf einer Homepage, in einer Radiosendung oder im Fernsehen, diesen ganzen gequirlten Mist, den diese Regierungen und ihre Marionetten da verzapfen, fachgerecht auseinandernehmen und widerlegen zu dürfen. Auch dazu muss jeder die Möglichkeit haben, dieses in freier Weise zu äußern und auch anhören zu dürfen.

Natürlich kennen alle Ray McGovern, der ist natürlich ein Lämmchen und würde selbstverständlich keinem etwas zuleide tun, und einfach immer nur weiter dastehen in stummen Protest gegen den Quatsch, den die ehemalige amerikanische Außenministerin und mögliche zukünftige Präsidentin dort verzapft.

 

 

Aber nicht alle sind so höflich und zurückhaltend wie Ray McGovern.

Da gab es neulich diese schwachsinnigen Krawallmacher vom „Peng! Collective“, die in eine geschlossene Veranstaltung der AfD in einem Hotel in Kassel eindrangen, und der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch eine Torte ins Gesicht warfen. Leider gab es dort keine so tüchtige Security wie bei Hillary Clinton, die diese Typen sofort eingeknastet und ihnen wahrscheinlich auch noch ein paar blaue Flecken mit auf den Weg in die Zelle gegeben hätte. Bemerkenswerterweise wird dieses „Peng! Collective“ dann auch noch vom deutschen Staat mit 150.000 € finanziert. Eine politische Katastrophe! Wohin soll dieser Schwachsinn noch führen? Das nächste ist dann, dass Autos angezündet, Brandanschläge auf Büros missliebiger Parteien verübt werden und so weiter und so fort. Läuft alles bereits. Von alledem ist so eine harmlose aber schusselige Tat wie die von Ray McGovern erst der Anfang.

 

 

Aber das Volk ist natürlich einfältig.

Würde Ray McGovern sich bei Amy Goodman in die Sendung stellen und einfach nur verbal die Lügen, die Hillary Clinton dort auf ihrer Rede verzapft hat, aufdecken und korrigieren, dann würde das kaum eine Sau interessieren:

„Das sind doch nur Gedanken! Wir mögen keine Gedanken, Ray. Wer soll das denn nachprüfen? ….“ 

Und so weiter und so fort. Aber wenn da jemand auftaucht, der in seinem Widerstand gegen eine schlimme Sache sogar blaue Flecken davongetragen hat, dann bekommt er natürlich von den Leuten etwas mehr Aufmerksamkeit. So einfach gestrickt ist halt die Welt.

Und weil eben die Welt so ist, wie sie ist, und weil das Interesse der Menschen an den politischen Geschehnissen so gering ist, und weil die Regierungen dieser Welt natürlich alles tun, um eine demokratische Auseinandersetzung zu verhindern, und mehr noch: Weil sie das, was das Volk eigentlich will, mit allen Mitteln zu verhindern suchen: Deswegen wird es dann schließlich doch so kommen müssen, dass man aufsteht, dass jeder einzelne gezwungen sein wird, aus dem Schmerz dessen, was er erlebt, aufzuschreien und aufzustehen – wie es Ray McGovern gemacht hat. Das wird dann aber eine andere Zeit seinals heute und nicht mehr lustig werden. Das wird dann letztlich Krieg aller gegen alle werden. In diesem Sinne also: Ray McGovern, der Zukünftige?!

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Widerstand leisten! – Aber so? wurde am 13.03.2016 unter Freies Geistesleben, Politik, Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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