Thüringen hat zu niedrige Löhne

 

von Ingo Hagel 

 

SPD-Spitzenkandidat: „Thüringen hat zu niedrige Löhne“

Nur noch knapp zwei Wochen, dann wählen die Thüringer einen neuen Landtag. Für Wolfgang Tiefensee verheißt das nichts Gutes. 

In dem Artikel ist zu dieser kühnen Überschrift, die ja wohl impliziert, dass die Löhne –

abgebildet ist in dem Artikel – wohl nur als Symbolbild – ein Stahlarbeiter, der mit glühenden Stahldrähten hantiert –

angehoben werden sollten in Thüringen, nicht weiter ausgeführt, wie das denn geschehen soll. Wird Thüringen seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren, wenn die Löhne angehoben werden? Wie soll es gehen, dass in Thüringen die Löhne angehoben werden und in anderen Ländern nicht? Und werden die Leute dann die –

doch offensichtlich dann teureren –

Produkte aus Thüringen immer noch kaufen? Wird Thüringen –

beziehungsweise werden zum Beispiel die Stahlarbeiter dort –

überhaupt noch gebraucht innerhalb des gesamtdeutschen Stahlgewerbes? Oder täte es dem gesamtdeutschen Stahlgewerbe nicht besser, wenn Überkapazitäten vom Markt genommen würden? Was natürlich Entlassungen und Werksschließungen in Thüringen bedeuten würde. Mit diesen Gedanken kann man natürlich kein SPD-Wahlkampfgeplapper veranstalten, aber es könnte die nackte Wahrheit sein.

 

Nun wird in der Sozialen Dreigliederung Rudolf Steiners die Verteilung des Kapitals an Wirtschaftsbetriebe 

weder von Parteien noch von deren „Spitzenkandidaten“ geregelt, sondern vom freien Geisteslebens (GA 23 Seite 98):

… Wer einen solchen Sinn hat, der wird durchschauen, wie die wirtschaftliche Produktivität gefördert wird, wenn die auf Kapitalgrundlage ruhende Leitung des Wirtschaftslebens in dem Gebiete des freien Geisteslebens seine Wurzeln hat. Das bloß wegen des Profites vorhandene Interesse am Kapital und seiner Vermehrung kann nur dann, wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, dem sachlichen Interesse an der Hervorbringung von Produkten und am Zustandekommen von Leistungen Platz machen. …

Das ist das eine: Wirtschaftsleben und Rechtsleben (Politik) müssen getrennt werden. Nicht mehr die Politik (Rechtsleben) ist es, die bestimmt, welcher Wirtschaftsbereich mit Kapital (zum Beispiel Subventionen) unterstützt werden soll, sondern das freie Geistesleben –

das wir natürlich nicht haben, aber das ist egal: diese Dinge müssen einfach in ihrer Klarheit dargestellt werden.

 

Ist auf diese Weise der heute vor sich gehenden krebsartigen Wucherung des Wirtschaftslebens und dem

bloß wegen des Profites vorhandenen Interesse am Kapital und seiner Vermehrung

schon mal ein erster Riegel vor geschoben, so werden weiterhin die in der Sozialen Dreigliederung gegebenen Verhältnisse eines assoziativen Wirtschaftens dafür sorgen, dass Wirtschaft nicht mit Blick auf die persönlichen Profitinteressen des Unternehmers betrieben wird, sondern mit Blick auf den Bedarf und das Allgemeinwohl der sozialen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Wirtschaftsbetriebe/Unternehmen, die ein bestimmtes Produkt herstellen, werden  unter diesen Verhältnissen der Sozialen Dreigliederung einen Blick dafür bekommen, wie vieler Betriebe es bedarf, um diese Bedürfnisse einer sozialen Gemeinschaft –

zu angemessenen und ein menschenwürdiges Leben der Arbeiter ermöglichenden Preisen – Siehe dazu auch hier auf Umkreis-Online die Rubrik Leiharbeit und Werkverträge –

zu befriedigen. Es wird dann diese Assoziation der Unternehmen sein, die dann – zum Beispiel – durchaus ein Interesse daran haben wird, einen Betrieb innerhalb dieser assoziativen  Wirtschaftsgemeinschaft, der unter den Schwierigkeiten leidet, Zinsen für aufgenommene Kredite zu zahlen, gemeinschaftlich finanziell zu helfen, weil es eben nicht um den eigenen Profit des Einzelunternehmers und nicht um Verdrängungspolitik der Unternehmen geht, sondern um den sachgemäßen Dienst an der Gemeinschaft und deren Versorgung mit Produkten. Rudolf Steiner schildert das hier an dieser Stelle (GA 23 Seite 126) so:

Ein Sinn für das Allgemeininteresse kann sich durch die Verwirklichung solcher Impulse entwickeln, welche das Produzieren auf eine gesunde Grundlage stellen und den sozialen Organismus vor Krisengefahren bewahren. – Auch wird eine Verwaltung, die es nur zu tun hat mit dem Kreislauf des Wirtschaftslebens, zu Ausgleichen führen können, die etwa aus diesem Kreislauf heraus als notwendig sich ergeben. Sollte, zum Beispiel, ein Betrieb nicht in der Lage sein, seinen Darleihern ihre Arbeitsersparnisse zu verzinsen, so wird, wenn er doch als einem Bedürfnis entsprechend anerkannt wird, aus andern Wirtschaftsbetrieben nach freier Übereinkunft mit allen an den letzteren beteiligten Personen das Fehlende zugeschossen werden können. 

Wie ich immer hier auf Umkreis-Online sage: Die Zeitverhältnisse sind – wo man auch hinguckt – auf die Notwendigkeit der Sozialen Dreigliederung ausgerichtet. Wird diese Notwendigkeit nicht erkannt und immer weiter im alten Sinne weitergewurstelt, wird auch die Not immer größer werden.

 

 

 

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Thüringen hat zu niedrige Löhne wurde am 15.10.2019 unter Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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