Dmitry Orlov zum Bewusstseinszustand der Menschen in den USA und im Westen

 

von Ingo Hagel 

 

Bei 11:55 charakterisiert der zwar in Spezialistenkreisen sehr

– aber ansonsten leider zu wenig –

bekannte Erforscher des Niedergangs der westlichen „Kulturen“ und „Zivilisationen“ Dmitry Orlov den Bewusstseinszustand der Menschen in den USA und im Westen – wozu ja auch Europa und Deutschland gehört:

Nun, da gibt es alle möglichen Arten von Menschen. Viele von ihnen denken einfach nicht. Das liegt zum großen Teil an der Art der Schulausbildung in den westlichen Ländern und in Nord-Amerika ganz besonders, die im Grunde genommen die Menschen lehrt, nicht zu denken. Und daher wiederholen sie nur Plattheiten, die sie vorher mal gehört hatten. Die andere Sache ist die, dass diese Menschen sehr resistent gegenüber Fakten sind. Man könnte auch sagen, es handelt sich um tatsachenresistente Menschen, weil ihre eigene Identität sich in irgendwelchem Glauben und Irrtümern verfangen hat. Und wenn man also nun hingeht und zerstört diese Irrtümer, dann zerstört man damit diese Menschen persönlich. Und sie nehmen das auch ganz persönlich. Diese Menschen haben aus diesem Grund also gar keine andere Wahl, auch weiterhin an dieses ganze System an Lügen zu glauben, an das sie glauben. Und daher ist eine große Masse von ihnen völlig unerreichbar (für Argumente).

 

 

Bereits vor 100 Jahren sagte Rudolf Steiner: Es liegt alles am Denken.

Auch mit Blick auf die soziale Frage heute:

… Daher liegen die Dinge so, dass man tiefer schauen muss, wenn man sich überhaupt an der Diskussion über die soziale Frage heute beteiligen will. Und die Dinge, die man in einem tieferen Sinne erschauen muss, sind vor allen Dingen solche, die sich auf die Art des Denkens beziehen, wie dieses Denken aus dem ganzen Menschen heraussprießt, differenziert bei den Persönlichkeiten über die ganze Erde hin.

Das Denken ist bis heute völlig verhaftet in alttestamentarischen, also vorsintflutlichen, den Erfordernissen der Zeit nicht angepassten, und daher dekadenten Strukturen, mit denen man heute auch nicht nur nicht lebensvoll an die Wissenschaft, sondern auch an die soziale Frage nicht herankommen kann. Wie immer mal wieder hier auf Umkreis-Online erwähnt, hat das damalige Proletariat von der damaligen Bourgeoisie dieses völlig dekadente und nicht der Zeit angemessene alttestamentarische Denken übernommen:

… Deshalb hat diese Bourgeoisie dem aufstrebenden Proletariat ein böses Erbe hinterlassen, und dieses aufstrebende Proletariat wird dieses böse Erbe zunächst übernehmen. Und wenn es nicht begreifen kann, dass es vor allen Dingen nicht darauf ankommt, mit den alten Gedanken Neues machen zu wollen, sondern dass es darauf ankommt, sich zu neuen Gedanken zu wenden, so wird aus allen Einrichtungen nichts herauskommen können, oder besser gesagt: Es wird erst dann aus Einrichtungen etwas werden, wenn diese Einrichtungen aus wirklichen neuen Gedanken, aus dem Impulse, aus der Kraft neuer Gedanken kommen.

Übernommen hat das Proletariat aber von Karl Marx den Marxismus und das marxistische Denken. 

Karl Marx war Hegelianer, hatte von Hegel das Denken gelernt, aber mit diesem Denken wurde man zwar ein guter Denker, stand aber völlig außerhalb des Lebens, das heißt auch außerhalb der ganzen zu lösenden sozialen Zusammenhänge.

Von Hegel hat man nur das, dass man sein Denken angestrengt hat und dass, wenn man sich überwunden hat, Hegel durchzuackern, man dann denken kann. Man kann mit dem Denken aber weiter nichts machen als: Man kann denken. Man kann denken, aber man steht mit dem Denken außerhalb des ganzen Lebens. Man kann eben nur denken. Man kann gut denken, aber man steht mit diesem Denken, das im reinen Begriffsorganismus verläuft, also dialektisch ist, außerhalb des Lebens.

 

Na und? Und warum soll uns das interessieren? – So sagen viele Leute.

Wer aber heute immer noch träumt und glaubt, der Westen sei doch gar nicht marxistisch, sozialistisch, schon gar nicht Europa und Deutschland, sondern kapitalistisch, der könnte –

nur zum Beispiel – und wenn er diese Dinge noch nicht aus den sonstigen Phänomenen des Zeitgeschehens heraus erfasst hat –

hier durch diesen Artikel einer sehr bekannten deutschen alternativen Homepage veranlasst finden, darüber nachzudenken, wie sozialistisch diese ganze Konstrukt dieser EU als eines „deutsch-französischen Imperiums“ ist –

und besser natürlich noch, was diesen ganzen Vorgängen zugrunde liegt – was ich ja mit vorliegendem Artikel anzuregen versuche. –

In diesem Artikel wird Bernard Connolly, ehemaliger Kommissionsbeamter der Europäischen Union – also einer, der es wissen sollte – zum „Wesen der Europäischen Union“ so zitiert:

Es ist ein deutsch-französisches Imperium, das antikapitalistisch und antidemokratisch ist. Die Regeln der EU sollen Neuankömmlinge vom Markteintritt abhalten und bestehende Unternehmen schützen. Dies schafft eine perverse Form des Kapitalismus, in der bestehende Unternehmen geschützt werden und die Reichen immer reicher werden. Es ist ein Vetternkapitalismus. Der wirtschaftliche Niedergang der europäischen Länder läuft nichts umsonst parallel zur Einführung des EU-Binnenmarktes.

Wenn Connolly vorsichtig-höflich sagt, dieses europäische Imperium sei antikapitalistisch, nun ja, was ist es dann? 

Natürlich sozialistisch. Und er kritisiert, dass die Leute Marxisten hinterherlaufen:

Der Kapitalismus funktioniert. Er hat in den letzten Jahrzehnten Milliarden von Menschen aus der Armut geholt. Aber wegen des wirtschaftlichen Versagens in den entwickelten Ländern scheint des Kapitalismus für die Menschen nichts zu tun, und sie laufen Marxisten wie ex-Labour-Führer Jeremy Corbyn hinterher. Donald Trump hat viele schlechte Seiten, aber was er in Amerika gut macht, ist die Deregulierung. Im Großen und Ganzen ist die Deregulierung gut für neue Unternehmen und die Wirtschaft und schlecht für den Vetternkapitalismus“. 

Natürlich hat Connolly mit all dem Angeführten überall mehr oder weniger recht –

wobei ich hier auf die Einzelheiten des mehr oder weniger nicht eingehen will, vieles davon steht bereits hier auf Umkreis-Online. –

Aber was macht man nun? Wer glaubt, man könnte die bestehenden Verhältnisse dadurch bessern, dass man die Zeit einfach ein paar Jahre oder Jahrzehnte zurückschraubt –

damals war alles besser … –

der träumt natürlich ebenfalls.

 

Aber wenn man wirklich wissen will, wie Kapitalismus nur funktionieren kann, wie die soziale Frage gelöst werden kann, 

wie man mit seinem Denken nicht außerhalb des Lebens steht, sondern in dieses verstehend hineinkommt, der sollte heute nicht Hegel oder Karl Marx studieren, sondern doch besser Rudolf Steiners „Philosophie der Freiheit“ –

siehe dazu auch hier auf Umkreis-Online diese Suchhilfe –

oder sein Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage“ (GA 23).

zur Sozialen Dreigliederung siehe ebenfalls hier auf Umkreis-Online diese Suchhilfe. –

Denn das reine Denken dort ist etwas völlig anderes und Lebensvolleres als das reine Denken von Hegel und Karl Marx. Nichts anderes wird diese von Dmitry Orlov so prägnant dargestellten Gründe für den Niedergang der westlichen sogenannten „Kulturen“ und „Zivilisationen“ in einen neuen Aufgang führen als dieses. Aber so wie die Dinge stehen und wie Dmitry Orlov zutreffend charakterisiert, kann man sich an ein paar wenigen Fingern mal wieder ausrechnen, dass doch noch ganz andere Dinge werden passieren müssen, um diese nicht denken wollende und „tatsachenresistente“ Menschheit auf eine andere Spur zu bringen. Natürlich immer an den –

aber diesmal dann ganz harten –

Fakten und Tatsachen entlang, die wohl geeignet sein werden müssen, jede Resistenz auf diesen Gebieten aufzubrechen.

 

 

 

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Dmitry Orlov zum Bewusstseinszustand der Menschen in den USA und im Westen wurde am 25.05.2020 unter Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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