Gerald Celente: Wir brauchen ein völlig neues System, denn dieses hier funktioniert nicht. Es ist veraltet.

 

von Ingo Hagel 

 

Nachdem Gerald Celente die verschiedenen desaströsen Entwicklungen und politischen Entscheidungen in den USA ein wenig behandelt hat, –

und weil dieses ganze System so durch und durch verdorben und korrupt ist (Anmerkung IH) –

sagte er (bei 9:45):

Daher sehe ich den einzigen Weg, dass all dieses sich ändern wird nur darin, dass sich eben das Volk zu dieser Entscheidung entschließen wird. Aber das sehe ich nicht kommen.        

Und bei 12:00 zu Ron Paul:

Aber ich stimme Dir völlig zu: Wir brauchen ein völlig neues System, denn dieses hier funktioniert nicht. Es ist veraltet. Und das System, dass ich selber vorschlage, ist die direkte Demokratie, so wie sie es in der Schweiz haben, und wo die Menschen abstimmen. … 

 

 

Dass dieses „System“, dieser alte Einheitsstaat, in dem Politik (Rechtsleben), Wirtschaft und das Geistesleben eines Landes in einer Institution vereinigt sind, 

völlig überkommen und veraltet ist, das habe ich hier auf Umkreis-Online oft geschrieben. Einige andere sehen das also auch so, ziehen aber nicht die richtigen Schlüsse daraus –

die bei gesunder Anschauung der Angelegenheit nur darin bestehen können, dieses alte „System“ in drei selbstständige und voneinander unabhängige Bereiche zu gliedern, also Soziale Dreigliederung (mehr dazu zum Beispiel hier und hier und hier auf Umkreis-Online) –

Denn die von dem verdienstvollen Gerald Celente genannte Direkte Demokratie stellt ja gerade nicht das Heilmittel gegen diesen Einheitsstaat dar, sondern setzt nur diesen bankrotten Einheitsstaat fort. Dann mag zwar nicht mehr der alte –

und ebenso wie der Einheitsstaat völlig bankrotte –

Parteien-Parlamentarismus an der Macht sein, sondern „Wir – das  Volk„, wie es immer so schön heißt. Dieses Volk wird sich dann aber genauso an der Unmöglichkeit der auf diesem Wege nicht lösbaren sozialen Probleme abarbeiten wie vorher unter dem alten verfilzten Einheitsstaat alter Prägung.

 

Zu der Direkten Demokratie hatten wir gerade hier etwas, 

das die Verhältnisse hier bei uns in „good old Germany“ etwas beleuchtet:

Der Grund, warum die Parteien keine Verfassung und Volksabstimmung darüber zulassen wollen, ist die Angst vor dem Volk. … :

„Dass Schluss ist mit der sogenannten repräsentativen Demokratie, dass plötzlich plebiszitäre Elemente in die Verfassung Einzug halten. Dass die heutige Parteiendiktatur, die Diktatur des Kapitals, der Lobbyisten, der Medienzaren, der Finanzindustrie und der Wirtschaftskapitäne ein Ende haben wird oder zumindest an Einfluss verliert. Das Volk könnte sich auf seine Bürgerrechte besinnen und seinen Anteil am Kapital fordern. Es könnte verlangen, dass über Fragen der Daseinsvorsorge in Volksabstimmungen entschieden wird. Es könnte fordern, dass über die Abgabe von Souveränität an die europäische Union das Volk zu entscheiden hat. Dass bei der Aufnahme von weiteren Mitgliedern in die EU die deutschen Bürger gefragt werden müssen.“ Hinzuzufügen ist noch, was in den Augen, ganz besonders der westlichen ehemaligen Besatzungsmächte, ganz schlimm wäre, wenn das Volk verlangen könnte, bei Entscheidungen über Krieg und Ausrichtung der „Verteidigungsaufrüstung“ mitzureden.

 

Das ist alles völlig zutreffend. Bis auf den Punkt:

Das Volk könnte sich auf seine Bürgerrechte besinnen und seinen Anteil am Kapital fordern.

Was natürlich als der übliche sozialistische Unsinn formuliert ist, denn der Bereich innerhalb einer sozialen Ordnung, bei dem durch Kapital Gewinne erwirtschaftet werden können, –

wovon „das Volk“ dann „Anteile“ fordern könnte, –

ist nicht das Rechtsleben, ist nicht das freie Geistesleben, sondern nur das Wirtschaftsleben. Der Sozialist, der natürlich nichts anderes denken kann, als dass er, –

also „Wir – das Volk„, –

eigentlich der rechtmäßige Besitzer der Produktionsmittel sein muss, glaubt dann natürlich, ihm persönlich stünden „Anteile“ aus diesem Wirtschaftsleben zu, so wie der echte Kapitalisten-Geldsack heute eine Rendite von seinen Papieren, Aktien und Immobilien usw. erwartet. Der Kapitalismus verschiebt sich damit nur vom Kapitalisten-Geldsack auf den Sozialisten-Kapitalisten-Geldsack. Die beiden stehen sich also hinsichtlich ihrer materialistischen „Denke“ in nichts nach, außer dass natürlich der eine an den Hebeln der Macht sitzt – und der andere (noch) nicht, aber da hin will.

 

Das ist ein großes Problem bei dieser Direkten Demokratie, dass sie glaubt, 

sie könnte jetzt die gesegnete Demokratie über alle Bereiche des sozialen Organismus ausgießen. Auch in Amerika glauben einige Kreise der sogenannten unabhängigen Medien des Internets besonders fortschrittlich zu sein, indem sie Reklame machen für einen Kampf, der die Wirtschaft demokratisieren soll:

Medicare for All is a Fight to Democratize the Economy

Die amerikanische Krankenversicherung Medicare wird damit ebenfalls zu einem Kampf hochstilisiert, die Wirtschaft zu demokratisieren.

Gegen eine vernünftige Krankenversicherung ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Und aus welchem Bereich soll diese Krankenversicherung denn finanziert werden – außer aus dem einzigen Bereich, der innerhalb einer sozialen Gemeinschaft wirtschaftlich, das heißt finanziell produktiv ist: Also der Wirtschaft.

 

Und leider fordert auch der – mit Blick auf das rein Faktische verdienstvoll aufklärende – Ernst Wolff ein „demokratisches Geldsystem“. 

Ich weiß gar nicht, was da hinter den Kulissen vor sich geht. Hat irgendjemand eine geheime Agenda ausgegeben, so dass dieser Blödsinn einer allüberall –

also nicht nur im Rechtsleben – wo sie allein hingehört –  sondern auch im Wirtschaftsleben und im freien Geisteslebens –

waltenden Demokratie nun sowohl von Amerika (Gerald Celente auf dem Kanal von Ron Paul usw.) und auch von Ernst Wolff usw. hier in Deutschland wiedergekäut wird? 

 

 

Allem von Ernst Wolff als Aufklärung über diese Kreditausfall-Versicherungen ist zuzustimmen. Bis auf die Stelle bei 6:35, wo Wolff zur Reparatur dieser Missstände ein „demokratisches Geldsystem“ fordert:

Die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem.

Das ist selbstverständlich Unsinn. Denn die Verantwortung über das Geldsystem gehört nicht in die Demokratie (Rechtsleben, Politik), sondern in ein Wirtschaftsleben als Teil eines dreigegliederten Organismus (siehe dazu auch hier auf Umkreis-Online).

Der ansonsten verdienstvolle Ernst Wolff kann aber mit all diesen Dingen überhaupt gar nichts anfangen. Das gehört eben auch zu den Problemen der heutigen Zeit, dass diejenigen, die aufklärend an der Spitze der aufklärende Bewegung stehen sollten, mit ihren Ideen letztlich immer nur weiterhin den alten, verkommenen und überholten Einheitsstaat füttern, anstatt diesen dreizugliedern. Die Reklame für das dusselige „demokratische Geldsystem“ gehört dazu.

 

Bei diesem Wahn, die Wirtschaft demokratisieren zu wollen, 

handelt es sich natürlich um nichts anderes als bolschewistischen, sozialistischen und/oder kommunistischen Unsinn. Denn die Wirtschaft hat mit der vielgepriesenen Demokratie nichts zu tun. Das Schlimme ist, dass Wirtschaft und Politik bis heute viel zu sehr „demokratisch“, –

das heißt über das herrschende kaputte politische System des veralteten Einheitsstaates

miteinander verbunden und verfilzt sind. Diese Verfilzung zu lösen, ist allerdings eine Sache des Volkes, denn die alte dekadente Führungsklasse wird das niemals aus sich heraus tun wollen. Aber leider erweist sich die nachrückende Schicht, also „das Volk“ – trotz seiner besseren Anlagen –

Rudolf Steiner: „Die Proletarier sind noch nicht dekadent; sie werden noch begreifen, was gemeint ist mit der spirituellen Welt. …

bis heute aus den bekannten Gründen als genauso dekadent wie die Klasse, die es führt.

 

Eine erfolgreiche Wirtschaft, ein erfolgreiches Unternehmen ist immer eine Sache von einzelnen, besonders dazu befähigten Individuen – und nicht vom „Volk“, nicht von „der Demokratie“. 

Die Fähigkeiten dieser besonders für bestimmte wirtschaftliche Projekte begabten Individuen müssen –

und zwar nicht vom politischen Staat, das heißt Rechtsleben, sondern –

vom freien Geisteslebens in einer sozialen Gemeinschaft erkannt und mit den für die Errichtung eines Unternehmens nötigen Finanzmitteln ausgestattet werden. –

Aber bitte nicht missverstehen: Nicht das freie Geistesleben wird es sein, dass wie Dagobert Duck die Kralle auf dem Kapital haben wird, dieses besitzen und verwalten wird, sondern das Wirtschaftsleben, das heißt die Banken, also die Finanzwirtschaft. Aber nicht letztere wird bestimmen, wohin diese Gelder in neue Unternehmungen fließen werden, sondern das freie Geistesleben. Von diesem aus werden die Entscheidungen getroffen werden, wer innerhalb einer sozialen Gemeinschaft sich mit seinen besonderen individuellen Fähigkeiten als geeignet erweist zur Führung eines Unternehmens. Verwaltet (Kreditvergabe und alles was damit zu tun hat) wird dieses Kapital dann aber von den Banken. –

 

Diejenigen, die innerhalb der Wirtschaft, innerhalb der Unternehmen, aber tatsächlich und rechtmäßig „Anteile“ – 

zwar nicht als Rendite vom Kapital, aber von dem durch dieses Kapital von allen in einer Firma Arbeitenden gemeinsam durch deren Arbeit erwirtschafteten Erlös –

zu erwarten haben, sind die in dieser Firma tätigen Menschen – und nicht „das Volk“ im Allgemeinen. Sie werden sich alle gemeinsam –

und zwar auf dem Boden des Rechtslebens, nicht des Wirtschaftslebens, weil Wirtschaft nur mit Ware zu tun hat, jedoch Arbeitskraft keine Ware mehr sein darf –

begegnen, um mit Blick auf einen Teilungsvertrag über die jeweiligen Anteile am gemeinsam Erwirtschafteten in der Firma oder des Unternehmens zu verhandeln. Siehe zu diesem Thema die vielen hier auf Umkreis-Online zum Beispiel in diesen Rubriken bereits erschienenen Artikel:

Arbeit darf keine Ware mehr sein –

Arbeitsvertrag ein kaschiertes Lügenverhältnis –

Leiharbeit und Werkverträge –

Lohnfrage –

Teilungsvertrag –

 

Die Menschen wenden sich also gegen eine Krankenversicherung der Wirtschaftsunternehmen, der privaten Versicherer (Private Insurers). 

Most Americans Want Medicare for All, Without Private Insurers 

 

 

Sie haben damit Recht, denn die Krankenversicherung – aber nicht nur diese – der Menschen ist nicht in erster Linie eine Angelegenheit des Wirtschaftslebens.

Während die „Demokratisierung der Wirtschaft“ überhaupt keine Angelegenheit des Volkes – das heißt des Rechtslebens – ist, ist oben angeführte Forderung nach einer Krankenversicherung für die Menschen sehr wohl etwas, das eine berechtigte Angelegenheit des demokratischen oder politischen (Rechts-) Lebens darstellt.

Rudolf Steiner dazu:

Wie Kindern das Recht auf Erziehung, so steht Altgewordenen, Invaliden, Witwen, Kranken das Recht auf einen Lebensunterhalt zu, zu dem die Kapitalgrundlage in einer ähnlichen Art dem Kreislauf des sozialen Organismus zufließen muss wie der gekennzeichnete Kapitalbeitrag für die Erziehung der noch nicht selbst Leistungsfähigen. Das Wesentliche bei all diesem ist, dass die Feststellung desjenigen, was ein nicht selbst Verdienender als Einkommen bezieht, nicht aus dem Wirtschaftsleben sich ergeben soll, sondern dass umgekehrt das Wirtschaftsleben abhängig wird von dem, was in dieser Beziehung aus dem Rechtsbewusstsein sich ergibt.

In diesem Sinne wird natürlich die oben erwähnte Krankenversicherung „Anteile“ aus diesem Wirtschaftsleben erwarten können.

Diejenigen, die nun allerdings glauben, „das Volk“ könnte nun weiter im alten Sinne irgendwelche überzogenen, egoistischen Forderungen an die alte sozialistische Melkkuh (Einheitsstaat) beziehungsweise „die Wirtschaft“ stellen, indem es verlangt

dass über Fragen der Daseinsvorsorge in Volksabstimmungen entschieden wird,

müssen sich natürlich über folgendes klar sein:

Die in einem Wirtschaftsorganismus Arbeitenden werden von dem durch ihre Arbeit Geleisteten um so weniger haben, je mehr für die nicht Verdienenden (oben angeführten Kindern, Altgewordenen, Invaliden, Witwen, Kranken; Anmerkung IH) abfließen muss.   …  

«Mehrwert» wird nicht geschaffen werden für den unberechtigten Genuss des einzelnen, sondern zur Erhöhung dessen, was dem sozialen Organismus seelische oder materielle Güter zuführen kann; und zur Pflege desjenigen, was innerhalb dieses Organismus aus dessen Schoß heraus entsteht, ohne dass es ihm unmittelbar dienen kann.

Es wird also unter den Bedingungen einer Sozialen Dreigliederung nicht gleich das – selbstsüchtige – Paradies auf Erden verwirklicht werden können, sondern man wird sich über die verschiedenen Angelegenheiten auseinandersetzen müssen. Aber das wird unter den Verhältnissen dieses Sozialen Dreigliederung nur fruchtbar sein. Nicht fruchtbar dagegen sind alle diese Vorschläge, die heute zur Verbesserung der sozialen Lage gemacht werden, ohne auf diese notwendige Dreigliederung des sozialen Organismus eingehen zu wollen.

 

Aber weil das alles zwar eigentlich nicht so schwierig ist zu denken, aber den Leuten so völlig ungewohnt und lästig ist, 

gehe ich davon aus, dass wir eher in die Bolschewisierung als in die Spiritualisierung des sozialen Organismus hineinkommen werden. Die Not wird dadurch aber nur immer größer werden, und da selbst die verschiedenen Autoren der sogenannten unabhängigen und freien Medien des Internets sich zu dieser Sozialen Dreigliederung nicht bequemen wollen, wird es immer weiter in den den Geist und auch eine durchgeistigte, spiritualisierte soziale Ordnung verneinenden Bolschewismus gehen. Befriedigung der niederen Triebe und Lebensnotwendigkeiten des Menschen – ohne Geist. Eben so, wie es der bekannte und beliebte Kolumnist Hugo Müller-Vogg – der Kanzlerin beispringend – gerade noch einmal bestätigte: Gut und gerne leben ist die Devise.

 

Aber wollte man positiv sein, müsste man sagen: 

Die Systemfrage liegt jedenfalls mal wieder auf dem Operationstisch, und über die Wege zur Lösung dieser Frage wird ein heftiger Kampf entbrennen. Aber das ist auf dem Gebiet des geistigen Lebens angebracht. Geistiger Kampf! Nicht Kampf mit Knüppeln! – Auf dem wirtschaftlichem Gebiet dagegen muss Brüderlichkeit herrschen. – Heute ist es jedoch umgekehrt: Auf dem wirtschaftlichen Gebiet herrscht gerade nicht Brüderlichkeit, sondern erbitterter Kampf gegen den Nächsten und Ausbeutung. Und auf dem geistigen Gebiet will man den Leuten weismachen, dass Brüderlichkeit das Gebot sei – Und dass man doch großzügig sein soll und akzeptieren solle, 2 + 2  sei 22. Nun denn, auch das gehört zu den Absurditäten und Verdrehungen der heutigen sogenannten modernen Zeit.

 

 

 

 

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Gerald Celente: Wir brauchen ein völlig neues System, denn dieses hier funktioniert nicht. Es ist veraltet. wurde am 04.03.2019 unter Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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