Zur Trennung von Staat und Geistesleben

 

von Ingo Hagel 

 

Die Trennung von Staat und Geistesleben, das heißt die Etablierung eines von Staat und Wirtschaftsleben unabhängigen freien geistigen Lebens als Teil eines dreigegliederten sozialen Organismus wurde seit dem Bestehen der Seite Umkreis-Online immer wieder hier behandelt. Siehe dazu auch hier diese Suchhilfe.

Mittlerweile meldete sich Ron Paul aus Amerika zu diesem Thema einer Trennung von Staat und Geistesleben zu Wort. Diese Ereignis verdient unbedingt anerkennend hervorgehoben zu werden, bedarf allerdings einer Ergänzung.

 

Am 8. Juni 2020 war es Ron Paul, der wohl als erster – soweit ich es überblicken kann – 

unter der Überschrift

Der Coronavirus zeigt, warum wir eine Trennung von Medizin und Staat brauchen!

unter anderem zu den mit klerikaler Dogmatik verbreiteten Lügen zu der Coronavirus-Krise schrieb:

…  Was von Anfang an in dieser schändlichen Coronavirus-Episode geschah, ist die Politisierung der öffentlichen Gesundheit durch Autoritaristen.

Das ist es eben, was passiert, wenn die medizinische Wissenschaft mit dem Staat verschmilzt. Wir bekommen von Beidem das Schlimmste. Wir bekommen den Karriere-Bürokraten Dr. Fauci, der uns erzählt, dass wir niemals wieder uns die Hand geben können, und dass wir zu Hause bleiben müssen, bis ein Impfstoff gefunden ist. Ganz im Gegensatz dazu berichten uns Ärzte auf der ganzen Welt, dass diese Variation des Coronavirus nun schon ganz  selber verschwindet.

Wie hier in den Vereinigten Staaten haben aus gutem Grund eine traditionelle Trennung von Kirche und Staat. Die Verschmelzung von Staat und Kirche ruft Unterdrückung und Korruption herbei.

 

Der Artikel von Ron Paul wurde am 9. Juni 2020 von der Seite

eigentümlich frei übersetzt. Am 11. Juni erfolgte eine Audio-Vision auf YouTube unter diesem Titel:

Warum wir eine Trennung von Medizin und Staat brauchen!  

 

 

Am 10. Juni nahm sich dann der Autor der Seite „Alles Schall und Rauch“ des Artikels von Ron Paul an, 

allerdings ohne auf diesen hinzuweisen, sowie darauf, dass er ganze Sätze aus dem Artikel abgeschrieben hatte.

Ron Paul schrieb zum Beispiel: 

Was von Anfang an in dieser schändlichen Coronavirus-Episode geschah, ist die Politisierung der öffentlichen Gesundheit durch Autoritaristen.

„Alles Schall und Rauch“ übernahm:

Was seit Beginn dieser verlogenen Coronavirus-Pandemie geschehen ist, ist die Politisierung der öffentlichen Gesundheit durch autoritäre Regime.

Oder:

Ron Paul schrieb:

 … Ihnen wurden von Gouverneuren und Richtern die Grundrechte verweigert und sogar örtliche Bürgermeister benutzten den Ausbruch des Coronavirus als Entschuldigung, um per Dekret zu reagieren.

„Alles Schall und Rauch“ übernahm:

Der Ausbruch des Coronavirus wurde als Vorwand benutzt, um per Dekret zu regieren. 

Oder:

Ron Paul schrieb:

… Das ist es eben, was passiert, wenn die medizinische Wissenschaft mit dem Staat verschmilzt. Wir bekommen von Beidem das Schlimmste. 

„Alles Schall und Rauch“ übernahm:

Das passiert, wenn die Medizin mit dem Staat fusioniert. Wir bekommen das Schlimmste von beiden. 

Der Autor der Seite „Alles Schall und Rauch“ hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten große Verdienste als einer der Pioniere der unabhängigen Medien des Internets erworben. Von daher ist es nicht nachzuvollziehen, warum er Ron Pauls geistige Urheberschaft an seinem Artikel  verschweigt. Wie Vieles im geistigen Leben beruht doch auf den Anregungen anderer Autoren – und dem Hinweis auf diese. Die eigenen Ideen, die man beim Studium von deren Arbeiten bekommt, werden dadurch ja nicht verringert. Und selbst wenn man einen Artikel aus dem Ausland nur verlinken würde, vielleicht sogar gegebenenfalls übersetzen würde, läge darin doch das Verdienst, die Leser seiner Seite auf bestimmte Zusammenhänge aufmerksam gemacht zu haben.

 

Ganz im Gegensatz zu Ron Pauls Forderung einer Trennung von Staat und Geistesleben 

stehen die wirkungslosen Worte der ehemaligen österreichischen Außenministerin Karin Kneissl. –

Ich erwähne den Beitrag nur, weil man heute doch differenziert verschiedene Erscheinungen im politischen, geistigen und sozialen Leben wahrnehmen sollte, die oft so klingen wie etwas Anderes, aber damit überhaupt nichts zu tun haben. Sehr merkwürdig treten manchmal bestimmte Dinge nebeneinander auf, und man weiß gar nicht, ob sie bewusst und willentlich nebeneinander gestellt wurden, vielleicht um abzulenken – oder ob sie wirklich selbstständig und an unabhängigen Orten sich entwickelnde und hervorhebenswerte Signaturen einer neuen sozialen Zeit darstellen.

Hat Kneissl vielleicht den Artikel von Ron Paul gelesen? Wir wissen es nicht. Aber es ist festzuhalten, dass viele Stellen heute in einer merkwürdigen Weise oft durch unterirdische Kanäle verbunden scheinen. Aber es ist auch festzuhalten, dass, wenn Zwei Dasselbe zu sagen scheinen, es nun wirklich nicht Dasselbe ist.

 

Karin Kneissl kommt es manchmal vor (bei 3:30), als sei „die Virologie die neue Theologie“.

Das behauptet zwar grundsätzlich den dogmatischen Charakter bestimmter Zweige der heutigen Wissenschaft, aber belässt es dann auch dabei. Die ehemalige Außenministerin von Österreich liefert keinen einzigen konkreten Ansatzpunkt zu irgendwelchen Perspektiven, die den Menschen Vertrauen vermitteln könnten. Karin Kneissl bei 4:05:

Letztendlich geht es darum, Vertrauen zu schaffen. Vertrauen, die Firma weiter zu führen, Vertrauen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und dieses Vertrauen kann man nicht kaufen durch Rettungspläne. Dieses Vertrauen kann man den Menschen nur vermitteln, indem man ihnen vor allem auch Perspektiven gibt und diese Perspektiven nicht gleich wieder vermischt mit einer zweiten oder Manche sagen sogar einer dritten Pandemie Welle.

 

Stattdessen zeigen die Verhältnisse und Zustände in der heutigen Zeit, wenn man sie durchschaut, 

dass es überhaupt keinen Grund gibt und keine Veranlassung, irgendwo Vertrauen in Irgendetwas zu haben. Größtes Misstrauen ist angesagt und Hinterfragen der Dinge, die von oben in die Gesellschaften geträufelt werden. Und dazu gehört – nur zum Beispiel – auch obige Mitteilung der ehemaligen Außenministerin von Österreich. Aber so sind die Dinge heute getrennt, stehen nebeneinander, das Eine neben dem Anderen.

 

Vertrauen in dieser Angelegenheit wird sich nur gründen können auf das Wissen, dass man ein freies, vom Staat und von der Wirtschaft unabhängiges Geistesleben hat, 

wozu dann auch die Wissenschaft, das heißt die Medizin gehören wird, und dass die Dogmatik einer Gebundenheit dieses geistigen Lebens an den Staat und dessen politische Ambitionen aufgehört hat. Das wird ja nicht heißen, dass Irrtum oder von mir aus auch Korruption innerhalb dieses geistigen Lebens nun auf ewig verhindert sein werden. Aber es wird heißen, dass andere Institutionen da sein können, die nicht korrupt sind und die bessere Einsichten in die wahren Zusammenhänge einer bestimmten geistigen Disziplin – hier also zum Beispiel die Medizin – haben werden als die unfreien, korrupten und/oder gebundenen Zusammenhänge, die wir heute innerhalb dieses geistigen Lebens eben haben.

 

Vertrauen wird sich nicht auf substanzlose Worte gründen können, sondern nur auf solche konkreten sozialen Verhältnisse, 

die das Vertrauen in einer gerechtfertigten und natürlichen Weise wachsen und entstehen lassen. Und dazu gehört eben diese Forderung der Sozialen Dreigliederung Rudolf Steiners, dieses ganze morsche und kaputte Sozialwesen, das die Gesellschaften nur immer weiter in den Untergang und Ruin führen wird, in die drei Glieder eines freien geistigen Lebens, eines Rechtslebens und eines Wirtschaftslebens zu trennen, die mehr oder weniger unabhängig voneinander und souverän sind. –

Mehr zur Sozialen Dreigliederung hier auf Umkreis-Online in dieser Suchhilfe. –

Es geht also nicht nur um die Trennung von Staat und Medizin, sondern überhaupt um die Herauslösung des geistigen, wissenschaftlichen Lebens aus dem Staat – wozu natürlich auch das gesamte Schul- und Ausbildungswesen innerhalb einer sozialen Gemeinschaft gehört.

 

 

 

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Zur Trennung von Staat und Geistesleben wurde am 24.06.2020 unter Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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