Teure Bürde

 

von Ingo Hagel 

 

Migration und Rente mit 70 sollen die Jungen vor teurer Bürde retten

Hach ja, mit „teurer Bürde“ ist die „Bewältigung der alterungsbedingten Lasten“ gemeint, wie die „Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik“ der WELT schreibt.

Darunter steht bei mir, wenn ich den Reader-Modus einschalte:

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Aber zwischen diesen Zeilen gibt es wohl keinen Zusammenhang …

Dabei schreitet die Automatisierung der Produktionswelt immer weiter fort und ersetzt den arbeitenden Menschen. 


Diese Automatisierung setzt den Menschen aber frei für Anderes, zum Beispiel für eine geistige Entwicklung. Und sie ist daher durchaus positiv zu sehen, und nicht im Sinne einer „Vernichtung von Arbeitsplätzen“. Die Vernichtung der Arbeitsplätze wird von den Menschen besorgt, nicht von der Automatisierung.

 

Aber die Politiker und ihre frivolen „Experten“ wollen uns weismachen, 

dass wir immer länger arbeiten sollen. Nun also bis 70 – was ja nicht neu ist. Und alles vor dem Hintergrund, dass schon heute sehr viele Leute dieses (Arbeits-) System nicht mehr aushalten und psychisch krank werden.

Die Zahl der Krankentage wegen psychischer Probleme hat sich innerhalb von zehn Jahren auf zuletzt 107 Millionen pro Jahr verdoppelt.  

 

 

Rudolf Steiner wies immer wieder darauf hin, dass die heutige Zivilisation 

in einem „Verfall“ begriffen ist (GA 209, S. 72), dass wir uns also nicht –

wie es mit Blick auf die immer weiter sich entwickelnde Technik den Meisten überraschend erscheinen dürfte –

in einer aufsteigenden Entwicklung befinden, sondern eine Niedergangskultur darstellen. Mit dieser Entwicklung muss notwendigerweise Seelennot verknüpft sein,

Seelennot, die notwendigerweise mit dem fünften nachatlantischen Zeitraum verknüpft sein muss, 

denn mit der Entwicklung von Bewusstsein, und zwar in einem immer weiter sich geistig steigerndem Maße, ist immer Schmerz verbunden. Dieser rührt zum Beispiel aus der Einsicht her, dass das Alte nicht mehr tragfähig ist, dass man sich selber in kolossalen Irrtümern befindet, und dass überhaupt die Überwindung der eigenen leiblichen Konstitution in der Entwicklung dieses Bewusstseins Schmerzen bereitet. Erkenntnis ist daher immer an Schmerz gebunden. – Auf den Zusammenhang zwischen der Denktätigkeit und der Zurückdrängung der Leibesorganisation wies Rudolf Steiner bereits in seiner „Philosophie der Freiheit“ hin:

Denn auch das erste, die Zurückdrängung der Leibesorganisation, ist Folge der Denktätigkeit. 

 

Unser fünfter nachatlantischer Zeitraum, der im Jahre 1413 begonnen hat und insgesamt 2160 Jahre dauern wird, 

ist daher nicht mehr vorrangig der Entwicklung des auf die Sinneswelt gerichteten Verstandes und der sich daraus ergebenden Technik gewidmet –

letzere mag sich ja immerhin noch eine ganze Weile im alten Sinne vollziehen – wogegen ja auch nichts einzuwenden ist, solange man nicht glaubt, das sei der höchste Daseinszweck –

sondern wir leben schon seit einer geraumen Weile in der Epoche der Bewusstseinsseele:

Was die Seele als Wahres und Gutes in sich trägt, ist unsterblich in ihr. – Das, was in der Seele als Ewiges aufleuchtet, sei hier Bewusstseinsseele genannt. 

Und was das für die Bewusstseinsseele –

im Zusammenhang mit einer Dreigliederung des sozialen Organismus – mehr dazu zum Beispiel hier und hier und hier auf Umkreis-Online –

mit Blick auf die Versorgung von nicht mehr arbeitsfähigen Menschen bedeutet, habe ich – nur zum Beispiel und zuletzt – hier in diesem Beitrag beschrieben:

Rudolf Steiner dazu:

Wie Kindern das Recht auf Erziehung, so steht Altgewordenen, Invaliden, Witwen, Kranken das Recht auf einen Lebensunterhalt zu, zu dem die Kapitalgrundlage in einer ähnlichen Art dem Kreislauf des sozialen Organismus zufließen muss wie der gekennzeichnete Kapitalbeitrag für die Erziehung der noch nicht selbst Leistungsfähigen. Das Wesentliche bei all diesem ist, dass die Feststellung desjenigen, was ein nicht selbst Verdienender als Einkommen bezieht, nicht aus dem Wirtschaftsleben sich ergeben soll, sondern dass umgekehrt das Wirtschaftsleben abhängig wird von dem, was in dieser Beziehung aus dem Rechtsbewusstsein sich ergibt.

Denn:

«Mehrwert» wird nicht geschaffen werden für den unberechtigten Genuss des einzelnen, sondern zur Erhöhung dessen, was dem sozialen Organismus seelische oder materielle Güter zuführen kann; und zur Pflege desjenigen, was innerhalb dieses Organismus aus dessen Schoß heraus entsteht, ohne dass es ihm unmittelbar dienen kann. 

 

Bis dahin lassen die „Funktionseliten“ dieser niedergehenden und im Verfall befindlichen Republik – 

wie gesagt, ich schreibe diese „Eliten“ immer aufgrund ihrer Dekadenz immer in Anführungszeichen –

sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen, sondern wollen selber in ihrem Sinne für die Umverteilung des Mehrwertes sorgen. Selbstverständlich ist das alles ganz fürchterlich und entsetzlich, aber es wird nichts helfen, denn die Regierenden stehen nicht auf Seite der Menschen. Sie werden eher zulassen, dass sich hier in Europa eine neue wirtschaftliche Sklavenkaste bilden wird, als dass sie willens und geistig in der Lage sein werden, diese Verhältnisse abzuwenden. Das muss von den Menschen selber gesehen. Wie ich bereits hier sagte: Ihr müsst es selber machen:

Ihr müsst es selber machen, auf allen Gebieten dieses niedergehenden Deutschlands! Wenn ihr es nicht selber macht, dann macht es kein Abgeordneter, kein Parlamentarier, kein Politiker, kein Experte für euch. An Schulen, Universitäten, Krankenhäusern, in Firmen und Unternehmen: ihr müsst es selber machen! Das alte Parteiensystem ist am Ende. Organisiert euch.

Bis dahin werden die Leute immer fassungsloser vor dem Niedergang dieser Bad Deutschburger Republik stehen. 

 

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Don‘t touch that!

 

 


Teure Bürde wurde am 28.03.2019 unter Zum Zeitgeschehen veröffentlicht.

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