Hingefunden werden muß durch die Arbeit am Inneren der Menschenseelen der Weg zum Heiligen Gral. Das ist eine Erkenntnisaufgabe, das ist eine soziale Aufgabe. Das ist aber auch eine Aufgabe, welche im weitesten Umfange in der Gegenwart gehasst wird.
Denn was die Menschen vermöge ihres Darinnenstehens in der Ich-Erziehung der westlichen Zivilisation in sich entwickeln, das ist vor allen Dingen eine Sehnsucht, innerlich-seelisch passiv zu bleiben, sich nicht aus dem Weltendasein geben zu lassen, was die Seelen vorwärtsbringen sollte. Das aktive Erfassen der Seelenkräfte, das innerliche Erleben, das ja nicht gleich eine okkulte Entwickelung zu sein braucht, sondern das Erleben des Seelischen überhaupt, das ist das, was eine Menschheit in Europa nicht will, welche fortsetzen will, was für das uns unmittelbar vorangegangene Zeitalter selbstverständlich war: die Ich-Entwickelung, was aber hineinführt in den krassesten Egoismus, in das blindeste Wüten der Instinkte, wenn es ausgedehnt wird über seine Zeit hinaus. In die nationalen Chauvinismen hinein hat sich dieses über sein Zeitmaß hinaus erstreckende Ich-Gefühl zunächst begeben; in den nationalen Chauvinismen erscheint es, und aus den nationalen Chauvinismen kommen die Geister heraus, welche den Weg zum Heiligen Gral unwegsam erhalten wollen. Aber die Verpflichtung ist ja, alles zu tun, was getan werden kann, um die Menschenseelen aufzurufen zur Aktivität sowohl auf dem Erkenntnisgebiete wie auf sozialem Gebiete. Aber gegen einen solchen Aufruf erstehen eben alle diejenigen Kräfte, die von Haß erfüllt sind gegen diese Aktivität der Seele. Hat man denn die Menschen nicht lange genug dazu erzogen,daß sie sich gesagt haben: Wir sollen als ketzerisch ansehen die eigene Arbeit der Seelen, um von Schuld frei zu werden, wir sollen das Sünden- und Schuldbewußtsein recht entwickeln, denn wir sollen nicht durch uns vorwärtskommen, wir sollen in Passivität durch den Christus auch erlöst werden?
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