Es ist tatsächlich so, daß in der neueren Zeit die Menschen immer zahlreicher geworden sind, die eigentlich nicht wissen, was sie wollen. Und das ist auch sehr leicht in der neueren Zeit, daß die Menschen nicht wissen, was sie wollen, denn die Mehrzahl der Menschen so seit drei, vier Jahrhunderten hat sich eigentlich abgewöhnt, irgendwie sich geistig mit etwas zu beschäftigen. Sie gehen in ihr Büro, beschäftigen sich mit dem, was sie eigentlich nicht gerne mögen, aber was ihnen Geld bringt, und sitzen ihre Bürostunden ab, sind meinetwillen auch ganz fleißig, aber sie haben gar kein richtiges Interesse außer demjenigen, daß sie ins Theater gehen, Zeitungen lesen. So weit ist es ja allmählich gekommen. Das Bücherlesen ist ja heute zum Beispiel schon eine Seltenheit.
Das alles kommt aber davon, weil die Leute eigentlich gar nicht wissen, was sie wollen. Es muß ihnen erst vorgeschrieben werden, was sie wollen. Und wenn man Zeitungen liest, ins Theater geht, so regt das zwar die Sinne und den Verstand an, aber nicht das Blut. Das ist eben gerade das: Wenn man sich hinsetzen muß und irgendwie ein schweres Buch liest, da wird das Blut angeregt. Sobald man sich anstrengen muß, um etwas zu verstehen, wird das Blut angeregt. Aber das wollen ja die Leute heute nicht mehr. Die wollen nicht sich anstrengen, um etwas zu verstehen. Das ist etwas, was den Leuten ganz zuwider ist. Sie wollen nichts verstehen! Und dadurch, wenn sie nichts verstehen wollen, wird ihr Blut dick gemacht. Das dicke Blut geht dann langsamer, und die Folge davon ist, daß sie fortwährend ein Mittel brauchen, um dieses tatsächlich immer dicker werdende Blut in Gang zu bringen.
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